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Cite Foch Einkaufszentrum

Industrie > Versorgung
Cité Foch

Die Cité Foch ist ein Wohngebiet im Berliner Ortsteil Wittenau (Bezirk Reinickendorf). Die Siedlung entstand im Wesentlichen zwischen 1952 und 1976 als Wohngebiet für die französischen Streitkräfte in Berlin und deren Angehörige. Sie ist im Norden begrenzt durch den Packereigraben, westlich durch den Steinbergpark, südlich durch die Gleise der Industriebahn Tegel–Friedrichsfelde und östlich durch die Jean-Jaurès-Straße und Cyclopstraße.

Geschichte
Die Cité Foch (anfangs auch Cité Toucoulou) hatte sich mit der Zeit zum größten der französischen Wohngebiete entwickelt. Auf rund 47 Hektar  befanden sich 785 Wohnungen (80 Gebäude), die höchste Bewohnerzahl  erreichte die Siedlung 1991 mit 2600 Personen. Ursprünglich befand sich  hier die Maschinenfabrik Cyclop, deren Lager im August 1945 von französischen Einheiten als Notbehelf bezogen und „Camp Foch“ (nach Ferdinand Foch, einem französischen Marschall im Ersten Weltkrieg)  benannt wurde. Da sich auf dem Gelände auch militärische Einrichtungen  befanden, war die Cité Foch nicht öffentlich zugänglich.
Lage der Cité Foch als Wittenauer Ortsteil
Nach der deutschen Wiedervereinigung fiel das Grundstück an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). An der Rue Montesquieu nutzte der Bundesnachrichtendienst nach dem Abzug der Franzosen noch für eine Weile den Antennenmast  und ein Verwaltungsgebäude. Anfang der 2000er Jahre drohte die Cité  Foch zu einer Geisterstadt zu werden. Die Wohnungen konnten nur schwer  vermietet werden, da sie für neue Mieter zu groß waren. Entsprechend der  Bauzeit waren sie schlecht geschnitten, marode und zudem wurden  überwiegend nur befristete Mietverträge angeboten. Erst nach einer  Sanierung durch die BImA um 2000 besserte sich die Situation. Zwischen  2007 und 2010 konnte der Leerstand von 33 auf 7 % gesenkt werden.[1][2]
Einrichtungen in der Cité Foch

  • Collège Voltaire an der Avenue Charles de Gaulle 33 – Das Collège Voltaire (französische Auslandsschule) zog 2010 nach Tiergarten  um. Damit das nun leerstehende Schulgebäude in der Cité Foch nicht  verwahrlost, wurde hier ein Pilotprojekt zur „Bewachung durch Bewohnung“  nach dem niederländischen „Antikraak“-Modell eingerichtet.[3]
  • Grundschule Victor Hugo am Place Molière 4 mit Sporthalle,  Sportplatz und Kantine („Restaurant Scolaire“). Die Schule als  Romain-Rolland-Gymnasium umbenannt ist ein Gymnasium mit französischem  Schwerpunkt.
  • Vorschule Saint-Exupéry am Place-Molière 1 wurde als Filiale der Münchhausen-Grundschule vom Schulamt übernommen.
  • Hallenbad an der Rue Georges Vallerey 8 (erbaut: 1972) – seit 2002  geschlossen. Eine Sanierung ist laut BImA unwahrscheinlich, das Bad soll  daher abgerissen werden.
  • Ein großes Einkaufszentrum mit Kino, Kultur- und Gesundheitszentrum  an der Avenue Charles-de-Gaulle 9, 10/14 – wurde 1998 an einen privaten  Investor verkauft, stand seit 2006 leer und war in verwahrlostem  Zustand. Im Sommer 2016 wurde das Gebäude komplett abgerissen, die  Arbeiten endeten im November desselben Jahres. Auf der Fläche sollen  neue Häuser mit ca. 400 Wohnungen entstehen (Stand: 2016).[4]
  • Katholische Kirche Ste.-Geneviève neben dem ehemaligen Einkaufszentrum – inzwischen entweiht, soll ebenfalls abgerissen werden.
  • Jugendzentrum Centre Talma an der Hermsdorfer Straße 18a wurde eine Sport- und Freizeitstätte.

Städtebauliche Situation
Aus planerischer Sicht leidet die Cité Foch wie auch andere ehemalige Berliner Wohngebiete der Westalliierten heute darunter, dass sie nicht unter Anwendung des deutschen Planungsrechts errichtet wurden. Da bei der Bebauung keine Flurstücksaufteilung  stattfand, sind die in der Siedlung liegenden Straßen und Grünflächen  somit auch nicht öffentlich, sondern Privatgelände. Die Anlagen der Ver-  und Entsorgung befinden sich größtenteils außerhalb des Straßenlandes.  Bei der Erschließung der Gebäude wurde auf mögliche Baulasten kaum Rücksicht genommen, da es zwischen öffentlichen und privaten Grundstücken keinen Unterschied gab.
Speziell in der Cité Foch kommt noch das Problem hinzu, dass die  zivilen Einrichtungen, die sich hier konzentrierten, unter dem  Versorgungsaspekt der französischen Militärangehörigen geplant wurden  und seit dem Abzug der Truppen nicht unbedingt dem tatsächlichen lokalen  Bedarf entsprechen. Die Genehmigung dieser Einrichtungen unterlag  damals nicht dem deutschen Planungsrecht. So wurden zum Beispiel auch  nicht die Vorschriften des Immissionsschutzes  beachtet, was die Schutzabstände zwischen Wohnbebauung und umliegenden  Industriebauten anbelangt. Davon betroffen ist ein Großteil des  südlichen Wohngebiets um die Hermsdorfer Straße 70 (ein Betrieb nach Seveso-II-Richtlinie), wo eigentlich ein Schutzabstand von 200 Metern einzuhalten wäre.
Für die Fläche südlich des Packereigrabens, begrenzt durch die  Grundstücksflächen Jean-Jaurès-Straße 3/7, 7a und 21, Hermsdorfer Straße  55, die Grundstücksflächen Hermsdorfer Straße 56–69 und östlich des  Steinbergparks (Rosentreterbecken) sowie einen Abschnitt der  Jean-Jaurès-Straße und der Hermsdorfer Straße im Bezirk Reinickendorf,  Ortsteile Wittenau und Waidmannslust (Teilfläche der Cité Foch) wurde  2007 (ergänzt 2012) der Bebauungsplan XX-277a erstellt.[5] Damit ist die planungsrechtliche Grundlage dieser Ortslage im Bezirk geschaffen und die Straßen wurden gewidmet. Der Bebauungsplan XX-277a wurde eingeleitet, um „die bestehenden Wohngebäude planungsrechtlich zu sichern, für bauliche Nachverdichtungen  sowie für Grünflächen die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu  schaffen und eine Übernahme der vorhandenen Straßen durch das Land  Berlin zu ermöglichen“.
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